Der stille Kampf um den öffentlichen Nahverkehr

Von | Dienstag, 12. März 2024

Eine Chronik der Unterfinanzierung

Seit Jahren, ja sogar Jahrzehnten, wird über die Unterfinanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) gesprochen. Es ist ein Thema, das in den Schlagzeilen oft untergeht, aber dennoch einen immensen Einfluss auf das tägliche Leben vieler Menschen hat.

Immer wieder hören wir von politischen Versprechungen, den Nahverkehr zu verbessern und zu erweitern. Doch die Realität sieht oft anders aus. Statt die dringend benötigten Investitionen zu tätigen, wird am Budget für den ÖPNV und SPNV gekürzt, was zu einer Spirale der Unterfinanzierung führt.

Eine Straßenbahn in der Münchner Maximilianstraße mit Blick auf den bayrischen Landtag.
Bild von Emil02050 auf Pixabay

Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Die Schere zwischen dem ländlichen Raum und den Metropolen wird immer größer. Während in den Städten zwar Angebotsausweitungen zu verzeichnen sind, basieren diese oft auf extremen Sparmaßnahmen bei Wartung und Personal. Im ländlichen Raum hingegen wird das Angebot immer weiter zusammengestrichen, was zu einer Verschlechterung der Mobilität und zur Isolation vieler Menschen führt.

Die Auswirkungen dieser Sparmaßnahmen sind vielfältig und treffen die Fahrgäste sowie die Mitarbeiter gleichermaßen. Im Bereich des Angebots führen Einsparungen zu längeren Wartezeiten, schlechterer Anbindung und einem insgesamt unattraktiven Service. In Bezug auf die Wartung können vernachlässigte Infrastrukturen zu Sicherheitsrisiken führen, während der Personalabbau zu überlasteten Mitarbeitern und einem schlechteren Kundenservice führt.

Doch wie viel mehr Geld ist eigentlich nötig, um die Finanzierung des ÖPNV und SPNV zu sichern und Angebotsausweitungen sowohl im ländlichen Raum als auch in den Metropolen zu ermöglichen? Schätzungen zufolge sind erhebliche Investitionen erforderlich, um die Missstände zu beheben. Eine genaue Summe ist schwer zu benennen, da sie von verschiedenen Faktoren wie der Größe des Gebiets, der Bevölkerungsdichte und den bestehenden Infrastrukturen abhängt. Dennoch sind Experten sich einig, dass die bisherigen Budgets bei weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

Ein S-Bahn-Zug in München an einem Bahnsteig im schneebedeckten Gleis.
Bild von Jürgen auf Pixabay

Es ist an der Zeit, dass die Politik den öffentlichen Nahverkehr als unverzichtbaren Bestandteil einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie betrachtet und entsprechende Mittel bereitstellt. Investitionen in den ÖPNV und SPNV sind Investitionen in die Zukunft unserer Städte und Gemeinden, in die Lebensqualität der Menschen und in den Kampf gegen den Klimawandel.

Es liegt an uns allen, Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben und eine bessere Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs zu fordern. Denn nur so können wir eine gerechte und nachhaltige Mobilität für alle sicherstellen.

Kommentar verfassen